In der Dachgalerie werden jährlich vier wechselnde Sonderausstellungen mit überwiegend zeitgenössischer Kunst aus Schleswig-Holstein gezeigt.
Alle Termine unter Vorbehalt, Änderungen möglich.
Laufzeit: 19. April bis 13. September 2026
Das künstlerische Schaffen spiegelt eine besonders facettenreiche, bunte und bemerkenswerte Verschiedenartigkeit wieder, die sich in Zeichnungen, Radierungen, Gouachen und Malerei manifestieren lässt.
Werkmeister hat sich augenscheinlich als Grafiker einen Ruf erarbeitet. Dennoch ist sein künstlerisches Œuvre wesentlich umfangreicher und umfasst neben Grafik auch Malerei. Seine zeichnerische Ausdruckskraft birgt Leichtigkeit, intensive Beobachtungsgabe und subtilen Humor. Illustrative Dokumentation bezeugen sowohl handwerkliche Perfektion sowie sein natürliches Verständnis für Bildkomposition.
Die Motive seiner Werke entspringen nicht fantasievollen Konstruktionen, sondern der realen Welt, die uns umgibt. Zum Teil durch Stipendien ermöglicht, dienen Studieneisen an den Oberrhein, nach Oslo, Paris, Südfrankreich, Spanien, Marokko, in die USA oder nach Neuguinea ihm dabei als vielfältige Inspirationsquellen.
Die Motive treten prägnant, in starken Kontrasten und dennoch gegensätzlich harmonierenden Liniensystemen in Erscheinung. Harmonie und ein geometrisches Gerüst bilden die bildhaft-flächige Ordnung, die der Naturbildhaftigkeit mittels eigenständig hinzugefügter Elemente widersprechen.
Trotz seiner intensiven Arbeit auf dem Gebiet der Grafik war die Farbe und deren malerischer Ausdruck ein Faszinosum, dass Werkmeister stets beschäftigte. So belegen seine ausgestellten Arbeiten, die Übertragung auf das Medium. Figurenszenen und Accessoires kontrastieren abwechslungsreich zu dem grafisch malerischen Geflecht ihrer Umgebung in atmosphärischer Tiefe.
Dem gegenüber stehen die aktuellen Gemälde. Die ansonsten für Werkmeisters Grafik spezifischen Schwarz-Weiß-Abstufungen übernehmen nun intensiv die farblichen Differenzierungen in tiefgründiger Intensität. Das individuelle Erleben der Schönheit entfernt sich nicht vordergründig von der Realität, sondern lässt das Objekt entdecken - gewährt seine Lust am Sehen dem Betrachter. Oftmals wird die lokalfarbige Gebundenheit zugunsten einer spezifischen Akzentuierung aufgehoben.
Sein Repertoire an bildnerischen Mitteln wird aus der Landschaft und der illustrativ situativen Darstellung bezogen. Die Kompositionen sind subjektiv kontemplative Intentionen, den spirituellen Hintergrund der Natur sichtbar zu machen. Künstlerische Impulse wirken thematisch fokussiert und zugleich blickerweiternd gegen die Flüchtigkeit des Augenblicks gerichtet.
Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, den 19. April 2026 um 11:30 Uhr im Rittersaal im Schloss vor Husum.
(12.03.2026)