Restaurierung eines bedeutenden Gemäldes im Schloss vor Husum
Finanziert durch die Firma Fielmann konnte das Portrait der Herzogin Augusta gereinigt und ausgebessert werden. Es wartet mit einigen Überraschungen auf.
„Das ist gigantisch gemalt.“ Jochen Rosehr muss es wissen. Der Kieler Restaurator verbrachte im Frühjahr mehrere Wochen mit dem lebensgroßen Portrait der Herzogin Augusta (1580-1639), das nun wieder im Schloss vor Husum hängt. „Augusta spielt in der Geschichte des Schlosses eine entscheidende Rolle“, erläutert Tanja Brümmer, Direktorin des Museumsverbundes Nordfriesland, zu dem auch das Schloss gehört. „Sie ist die erste, die es ab 1616 dauerhaft bewohnt. Sie lässt die prachtvollen Kamine einbauen. Nach ihrem Tod wird ihr der Titel Landesmutter verliehen.“
Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieses wichtige Gemälde immer dunkler, abgeplatzte Farbe trübte den Eindruck. Knapp 5.000 Euro kostet eine solche Restaurierung. „Ohne Unterstützung kann man das nicht beauftragen“, so Brümmer. Hier kommt Fielmann ins Spiel. Der Husumer Filialleiter Helge Schlemeier und die Kunsthistorikerin Dr. Constanze Köster erzählen, dass der Konzern vor 27 Jahren damit begann, kleine Museen, Bibliotheken und Archive zu unterstützen, die über zu wenig Geld im Haushalt verfügen, um Objekte zu kaufen oder restaurieren zu lassen.
„Ich bin froh, dass ich das Bild wieder los bin.“ Rosehr blickt nach oben. In etwa drei Metern Höhe schaut Augusta, Herzogin von Schleswig-Holstein-Gottorf, in den Audienzsaal. „So ein Format müssen sie erstmal in die Werkstatt kriegen. Ich hatte nur einen Tisch, der groß genug war.“ Und an diesem Tisch geschah ein kleines Wunder: Früher blickte die Herzogin eher streng und unnahbar. Und ihr Kleid sah aus wie ein großer schwarzer Sack. Rosehrs wochenlanges Reinigen, Ausbessern und behutsames Ergänzen gaben ihr den gütigen, beinahe wohlwollenden Blick zurück. Aus dem schwarzen Ungetüm wurde wieder ein strahlendes Kunstwerk mit feinen Stickereien. Sogar der kleine Hund, den die meisten für eine Katze hielten, ist klar zu erkennen.
Rosehrs Arbeit, zu der auch gehörte, die wegen eines Wasserschadens beschädigte Unterseite des Rahmens neu zu vergolden, hat sich also ausgezahlt. Und dann kommt die Überraschung: „Bisher galt das Bild als Werk eines unbekannten Künstlers von minderer Qualität“, sagt Constanze Köster. „Durch die Restaurierung sieht man erst, was es für ein großartiges Portrait ist. Wir gehen davon aus, dass es sich um ein Gemälde von Julius Strachen handelt.“ Strachen (gestorben 1648) gehört neben Jürgen Ovens zu den wichtigsten Hofmalern der Gottorfer Herzöge.